Erfolgreiche Aktion von Werksetzen im Sauerland

Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sitzen gemeinsam mit Betreuern und Passanten an den großen Basteltischen, die das Sozialwerk St. Georg Westfalen-Süd mitten auf dem Stiftsplatz aufgebaut hat. Klebetuben, Farbpaletten, Luftballons und Ziersteine gibt es hier. Jeder soll mitbasteln, einen Teil zum Kunstwerk beitragen. Es ist ein Haus, das die Künstlerin Corina Bernshaus aus Holzwänden zusammen genagelt hat. Jedes Bild, Mobile und Gesteck soll einen Platz im Haus finden. „Wir leben alle unter einem Dach“, solle das Haus ausdrücken, erklärt die Künstlerin.

Mit der Aktion „werkStadt Inklusion“ will das Sozialwerk St. Georg gemeinsam mit der Behinderten-Interessen-Vertretung Meschede auf die Rechte be­hinderter Menschen hinweisen. Inklusion, so Projektleiter Thorsten Garske, bedeute, dass alle Menschen selbstverständlich und gleichberechtigt zusammen leben – „und zwar von Beginn an“.

Am Donnerstag ist der europäische Protesttag der Menschen mit Behinderungen, bundesweit gibt es in dieser Woche – wie am Dienstag in Meschede – Aktionen, die Be­nachteiligungen und Barrieren anprangern. Auf dem Stiftsplatz ging es aber weniger um das Bemängeln von Missständen, als um eine kreative Auseinandersetzung damit, was jeder, der mitmachte, individuell unter Inklusion versteht.

„Welche Ideen, Wünsche und Vorstellungen haben Sie für eine inklusive Gesellschaft?“ ist auf dem Schild mitten auf dem Werktisch zu lesen. Resi Esser und Janine Hartmann gestalten gerade ge­meinsam einen Spiegel. Auch er soll später in dem hellen Holzhaus hängen. Orangene Blüten haben die Frauen ge­malt und „Akzeptanz“ in lila Lettern daneben geschrieben. „Die Blüten haben keine Stängel, sie sind nicht perfekt“, erklärt Resi Esser. Dennoch seien sie wunderschön. Ge­nauso sei es mit behinderten Menschen. Nur leider würden das noch nicht alle Menschen so sehen.

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